Advent- und Weihnachtszeit

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Altardarstellung im Weihnachtsfestkreis von Advent bis zur Fastenzeit

Unser Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert ist ein Wandelaltar, drei kirchenjahrbedingte Einstellungen sind möglich: Weihnachtsfestkreis, Fastenzeit und Jahreskreis, der früher nur an Hochfesten, vor allem an Festen Mariens,  gezeigt wurde.

Die Darstellungen des Weihnachtsfestkreises, bei der nur die inneren Flügel geschlossen werden, ist von Adventbeginn bis zum Beginn der Fastenzeit zu sehen. Die oberen Relieftafeln zeigen die Begegnung an der Goldenen Pforte: Die unbefleckte Empfängnis Mariens wird durch das Zusammentreffen von Marias Mutter Anna und deren Mann, dem greisen Viehzüchter Joachim, bei der Goldenen Pforte des Tempels von Jerusalem symbolisiert. Die Eheleute berichteten einander von den getrennt erfolgten Weissagungen, ein Kind zu bekommen. Die Begegnung an der Goldenen Pforte, als Präfiguration der unbefleckten Empfängnis, ist fast auf jedem Marien-Bildzyklus zu finden. Das Motiv der Begegnung an der Goldenen Pforte stammt aus der Legenda aurea des Franziskaners Jakobus de Voragine aus dem 13. Jahrhundert und fand ab dieser Zeit weite Verbreitung. Das zweite Relief zeigt Maria beim Besuch Elisabeths. Der Evangelist Lukas schreibt darüber: „Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt  und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“  (Lk 1, 39-45)

Die unteren Reliefs zeigen die Beschneidung Jesu, von der Lukas sagt: „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.“ (Lk 2, 21). Das zweite Relief zeigt die Anbetung der Weisen aus  dem Morgenland. Darüber berichtet uns der Evangelist Matthäus:  „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Bethlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“ (Mt 2, 1-12)

Die gemalten Außentafeln zeigen den Tempelgang Marias, ihre Verlobung mit Josef, den Traum Josefs und die Flucht nach Ägypten.

Mögen die Darstellungen dieses spätgotischen Juwels auch dein Herz für die Gute Nachricht von Weihnachten öffnen.

 

obere Reihe: Begegnung an der Goldenen Pforte, Besuch bei Elisabeth

untere Reihe: Beschneidung des Herrn, Anbetung der Drei Könige

 

Der Astlaltar bei der Barbaramesse 2009

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